NIN – eine Kingline des Eiskletterns

Eisklettern / Mixedklettern, Slider| Views: 877

Wahnsinnig schön hängt die „NIN“ über dem Öschinensee bei Kandersteg. In jeder Hinsicht eine der besten Eis und Mixed Linien die uns bekannt ist.  Diese Traumlinie lässt wohl jedes Eiskletterherz höher schlagen.

Nach einer kurzen Nacht in Kandersteg steigen wir im  Schein der Stirnlampe über die Schlittelbahn hoch zum Öschinensee wo wir nach knapp zwei Stunden unter dieser gewaltigen Linie stehen.

Die ersten 200 Meter gehen noch ganz locker und wir stehen schon bald am Einstieg der ersten Seillänge im Schwierigkeitsgrad M8. Diese startet mit einem kurzen, steilen Dach und führt danach durch einen teils engen Kamin hoch. Wir schieben wir uns in diesem nach oben zum ersten Stand. Ein ganz besonderes Erlebnis, dass wir sonst eher aus den breiten Rissen des Yosemites kennen. Mit Kletterfinken an den Füssen statt Monozack-Steigeisen. Weiter geht es mit einem nicht so steilen aber abschüssigen Quergang Richtung Eis. Über zwei kürzere Stufen in bestem Eis erreichen wir die Fründenschnur. Die Fründenschnur ist ein Felsband, dass im Sommer gut begehbar ist und durch die ganze Wandflucht über dem malerischen Öschinensee führt.

Hier kann der Einstieg durch die Beschriftung nicht verfehlt werden. Der ältere, linke A2 Einstieg wird nicht mehr geklettert. Von rechts unten geht es in fantastischer Kletterei immer leicht nach links hoch Richtung Eis.

Kurz vor dem Eis ist der nächste Stand. Von da wird in einer kurzen Traverse im Fels das Herzstück der NIN erreicht. Die folgenden vier Seillängen bieten einfach alles für den sechsten Eisgrad. In den 180 Metern Eis gibt es wenige Meter die nicht senkrecht sind.  Wie es sich für eine Weltklasse Route gehört, steilt sich die NIN in der letzten Seillänge nochmals auf. Über einen wahnsinnigen Eispfeiler wird der Ausstieg erreicht. Der Blick zwischen den Füssen durch ins Leere ist atemberaubend und hat eine gewisse Sogwirkung.

Die Abseilerei ist nochmals luftig. Gebohrte Stände erleichtern jedoch das Vorwärtskommen. So stehen wir bald wieder unten am Einstieg bei unseren Skiern. Mit diesen gleiten wir talwärts und sitzen schon bald gemütlich im Café in Kandersteg.

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